Zum Inhalt springen
SynergieGuereo, Senegal – Zur Startseite

Die Ökofarm

Erst das Wasser, dann die Ernte

Am Rand von Guereo liegt eine Fläche, auf der gepflanzt, gegraben und geerntet wird. Bewirtschaftet wird sie genossenschaftlich: Was nach Abzug der Investitions- und Bewirtschaftungskosten übrig bleibt, teilen die Mitarbeitenden unter sich auf. Kein Lohn, sondern ein Anteil. Davon leben kann noch niemand, aber es trägt zum Unterhalt der Frauen und ihrer Familien bei.

8. August 2026Pflanzarbeiten auf einem der vier neuen Felder.
Drei Frauen und ein Mann bei der Pflanzarbeit auf einem frisch angelegten Feld mit Reihen junger Pflanzen.

8. August 2026Pflanzarbeiten auf einem der vier neuen Felder.

Wer dort arbeitet

Über die Dorfälteste, die die Frauen des Dorfes vertritt, und über das NCD sind wir mit der gesamten Frauengruppe des Ortes verbunden. Aus dieser Gruppe kommen die meisten Frauen, die auf der Farm mitarbeiten. Viele von ihnen arbeiten außerdem in Teilzeit als Rangerinnen im Meeresschutzgebiet der Lagune, neben ihren Pflichten in meist sehr großen Familien.

Dazu kommen eine ältere Frau aus dem Dorf und zwei junge Frauen, eine Schülerin und eine Abiturientin. Ein Gärtner ist als Wächter ständig vor Ort und wird dafür bezahlt. Zur Ernte kommen weitere dazu.

Die Lebensbedingungen sind hart, Geld ist kaum vorhanden. Jeder zusätzliche Franc ist eine Verbesserung.

Die Austern- und Muschelfischerinnen, um deren Boot es beim zweiten Vorhaben geht, sind dagegen ein eigener, traditioneller Zusammenschluss von derzeit 45 Frauen, die selbstständig in der Lagune arbeiten.

Was wächst, und was daraus wird

Auf den Feldern stehen Grundnahrungsmittel: Buschbohnen und Bissap, der Hibiskus, aus dem eines der senegalesischen Nationalgetränke zubereitet wird. Dazu Obstbäume, ein Arboretum mit heimischen Baumarten und Hecken aus Moringa oleifera, die alle Felder umgrenzen. Die Blätter des Moringa-Baums liefern Eiweiß, Eisen und Vitamine und haben in der Volksmedizin eine feste Rolle.

Das Buschland auf den steinigen Lateritböden, auf denen sich nichts anbauen lässt, bleibt stehen. Es ist voller wild wachsender Heilpflanzen, die in unser Konzept für Medizinalpflanzen eingehen: Kinkiliba, Artemisia, Strophanthus gratus und andere.

Verarbeitet wird nicht auf dem Gelände. Sieben Kilometer entfernt betreibt die Organisation Nebeday eine kleine Bio-Fabrik, in der vor allem Frauen arbeiten, nach Hygienestandards und zu fairen Bedingungen. Für sie bauen wir an: zunächst Moringa und Bissap, später weitere Erzeugnisse wie Mangos. Verkauft wird über den Vertrieb „Maam Nature“ in Dakar, die Mangos etwa als getrocknete Scheiben oder als Konfitüre.

Ein junger „Zwillings“-Baobab.
Ein junger Baobab mit zwei schlanken Stämmen und frischem Laub auf rotem Boden, um den Fuß ein Kranz aus Steinen; dahinter ein Brunnenring und eine Mauer.

Ein junger „Zwillings“-Baobab.

Was dazwischenkommt

Ende August, zwei Wochen nachdem die Buschbohnen gesät waren, kamen die Raupen. Ganz nach Art der kleinen Raupe Nimmersatt fraßen sie in hohem Tempo die fünf bis zehn Zentimeter hohen Pflanzen. Unsere Berater, der Agrarfachmann von Nebeday und ein Agrarökologe des Weltfriedensdienstes, rieten: absammeln. Kurzfristig fand sich eine Gruppe, die die Raupen von den Blättern las. Der Schaden blieb begrenzt, gerade noch.

Ein Problem, das bleibt, sind die Viehherden. Die Tiere können die Tore nicht selbst öffnen, aber immer wieder helfen die Hirten nach, und dann wird gefressen, was gewachsen ist. Ein Nutzungskonflikt, der sich verschärft, weil frei zugängliches Buschland durch den Bauboom immer knapper wird.

31. Januar 2015Zeburinder am Rand der Lagune. Was nicht eingezäunt ist, wird abgefressen.
Drei helle Zeburinder ziehen über sandigen Boden am Rand der Mangroven.

31. Januar 2015Zeburinder am Rand der Lagune. Was nicht eingezäunt ist, wird abgefressen.

Was 2026 dazugekommen ist

Das meiste davon ist Infrastruktur. Unspektakulär, aber die Voraussetzung für alles andere. Ohne Wasser und Strom wächst hier nichts durch die Trockenzeit.

Tore
Die Felder sind gegen Zeburinder, Ziegen und Schafe gesichert. Die fünf Eisentore waren gestohlen worden; jetzt stehen dort Holztore.
Der Brunnen
Von 18 auf 24 Meter vertieft. Am Ende der Trockenzeit steht das Wasser 17,50 Meter unter der Geländeoberkante. Ohne die sechs Meter mehr wäre er trocken gefallen.
Strom
Erstmals ist das Grundstück ans öffentliche Netz angeschlossen. 130 Meter Kabel führen zum Brunnen.
Zwei Pumpen
Eine elektrische Pumpe im Brunnen, dazu eine Verteilerpumpe. Sie füllen zwei Wasserreservoirs, aus denen bewässert wird.
Vier Felder
Vorbereitet und eingesät, unter anderem mit Buschbohnen und Bissap.
Die Moringa-Hecken
Im vergangenen Jahr angelegt, umgrenzen sie alle Felder und sind jetzt erweitert worden. 1.350 Samen sind dafür in die Erde gegangen.
Bäume
Zwei Baobabs, Zitrusbäume, Mangos, Guaven, Maad und andere, dazu ein Arboretum mit heimischen Baumarten.
2. Februar 2015Der Brunnen wird gegraben, von Hand.
Menschen arbeiten an einer Grube in rotem Boden, daneben Erdhaufen, ein Holzgestell und Esel mit Karren.

2. Februar 2015Der Brunnen wird gegraben, von Hand.

30. Juli 2026Der Brunnen, von 18 auf 24 Meter vertieft. Am Ende der Trockenzeit steht das Wasser 17,50 Meter unter der Geländeoberkante.
Blick von oben in einen tiefen, handgegrabenen Brunnenschacht; ein Mann seilt sich an einem Tau ab.

30. Juli 2026Der Brunnen, von 18 auf 24 Meter vertieft. Am Ende der Trockenzeit steht das Wasser 17,50 Meter unter der Geländeoberkante.

30. Juli 2026Das erste Wasser aus der neuen Pumpe.
11. August 2026Pflanzlöcher für die Moringa-Hecke. 1.350 Samen sind in diesem Jahr in die Erde gegangen.
Eine Reihe frisch gegrabener Pflanzlöcher in rotem Boden, daneben eine grüne Schale voller Samen.

11. August 2026Pflanzlöcher für die Moringa-Hecke. 1.350 Samen sind in diesem Jahr in die Erde gegangen.

Stand: Oktober 2026. Im November und Dezember ist Ingrid Robbe zur Ernte in Guereo; danach wird diese Seite fortgeschrieben.

Was als Nächstes dran ist

Automatische Bewässerung
Bisher wird von Hand bewässert. Ein System, das das übernimmt, spart Wasser und die Arbeitsstunden, die an anderer Stelle fehlen. Auf der Farm ist das gerade das Dringendste.
Eine Solaranlage
Der Strom für die Pumpen kostet Geld, jeden Monat. Eine eigene Anlage würde diese laufenden Kosten ersetzen. Das Geld bliebe bei den Frauen.

Jetzt spendenEine Frage stellen